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E-Boda-Bodas: eine vielversprechender Lösung für den Transport in Ostafrika

Das UN-Umweltprogramm (UNEP) startete am 2. März ein Pilotprojekt für Elektrobikes in Kenia. Nach der Pilotphase an vier Standorten in Kenia soll das Projekt auf andere Länder Ostafrikas ausgeweitet werden.

“Kenia importiert mehr Motorräder als Autos und verdoppelt seine Flotte alle 7-8 Jahre. Dabei handelt es sich in der Regel um ineffiziente und schlecht gewartete, umweltschädliche Motorräder”, sagte Joyce Msuya, stellvertretende UNEP-Exekutivdirektorin. “Kenias Stromversorgung ist im Jahr 2019 sehr umweltfreundlich, da mehr als 80 % durch Wasserkraft, Solarenergie, Erdwärme und Windkraft erzeugt wird. Der Umstieg auf Elektrofahrräder in Kenia, Ruanda, Uganda und anderswo wird die Kosten, die Luftverschmutzung und die Treibhausgasemissionen reduzieren und Arbeitsplätze schaffen.”

“Ein durchschnittliches Motorrad verursacht schätzungsweise zehnmal mehr Schadstoffe pro Kilometer als ein Pkw, Kleinlaster oder SUV. Kohlenwasserstoffe sind gefährlich für die menschliche Gesundheit”, sagte Peter Anyang’ Nyong’o, Gouverneur von Kisumu County. “Elektromotorräder mindern nicht nur diese Gesundheitsgefahr, sondern helfen auch, die Lärmbelästigung zu reduzieren, die die wuchernde Zunahme von benzinbetriebenen Motorrädern derzeit in unseren Städten verursacht.”

Das Pilotprojekt soll politischen Entscheidungsträgern dabei helfen, die Hindernisse bei der Akzeptanz des dringend benötigten technologischen Wandels hin zu Elektrobikes einzuschätzen und zu zeigen, dass der Wandel machbar und erreichbar ist. In Kenia wurde die Zahl der neu zugelassenen Motorräder, die üblicherweise als Taxis (boda-boda) genutzt werden, 2018 auf 1,5 Millionen geschätzt und wird bis 2030 wahrscheinlich auf über fünf Millionen ansteigen.  Obwohl Entwicklungsländer die am schnellsten wachsenden Motorradflotten haben, fehlen in den meisten Ländern Fahrzeug-Emissionsstandards oder Programme und Anreize zur Förderung emissionsfreier Fahrzeuge.

Der nun in Kenia gestartete Pilotversuch basiert auf einer Studie, die von der Energy and Petroleum Regulatory Authority, der Universität von Nairobi und Sustainable Transport Africa durchgeführt wurde. Der Pilotversuch umfasst eine Vielzahl lokaler Partner, darunter Ministerien sowie nationale und subnationale Behörden, und nutzt von der Shenzhen Shenling Car Company Limited (TAILG) gespendete Bikes. Es wird 6-12 Monate dauern und wird in Uganda, Äthiopien, den Philippinen, Thailand und Vietnam repliziert. Das übergreifende Projekt “Integrating Electric 2&3 Wheelers into Existing Urban Transport Modes in Developing and Transitional Countries” wird von UNEP mit Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des deutschen Bundesumweltministeriums unterstützt.

Zwei- und Dreiräder sind in vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, auch in Afrika, ein zentrales Verkehrsmittel. Ihre Zahl wird bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent steigen. Hochgradig umweltverschmutzende Zwei- und Dreiräder können für die gleiche Menge an Emissionen verantwortlich sein wie ein PKW. Ein schneller globaler Umstieg auf Elektromotorräder kann bis 2050 zu einer Einsparung von 11 Milliarden Tonnen CO2 und etwa 350 Milliarden US-Dollar führen (mehr als das Doppelte der jährlichen energiebedingten Emissionen in den USA und etwa das 14-fache des Haushalts 2019/2020 von Kenia).

Um den Übergang zur Elektromobilität zu beschleunigen, sind Investitionen in die Ladeinfrastruktur erforderlich. Kenias Stromerzeugungskapazität ist ausreichend, um die Ladeinfrastruktur zu unterstützen. Doch während die Nachfrage nach Motorrädern hoch ist, vor allem in ländlichen Gebieten, sind die Verteilungsnetze unzureichend. Diese Herausforderung kann jedoch durch die Nutzung von Solarenergie, die Einrichtung von Ladestationen, die Beratung von boda-boda-Betreibern und die Verwendung von Lithium-Ionen-Batterien angegangen werden.

Das UNEP-Programm für Elektromobilität (eMob) fördert den Übergang einkommensschwacher Länder zu emissionsfreien Fahrzeugen, in Übereinstimmung mit der Resolution der UN-Umweltversammlung zur Luftqualität und dem Pariser Abkommen.