Bild: Bergische Universität Wuppertal

Intelligente Stromnetze: Bergische Uni an Entwicklung einer Handelsplattform beteiligt

Im Zuge der Energiewende kommen auf Mittel- und Niederspannungsnetze durch die ständig wachsende Zahl dezentraler Einspeiser, wie beispielsweise private Photovoltaikanlagen auf Häuserdächern, und die zunehmende Anzahl leistungsintensiver Verbraucher, wie beispielsweise die E-Mobilität, immer wieder neue Herausforderungen zu. Als Alternative zu einem kostenintensiven Netzausbau etablieren sich nach und nach Netzautomatisierungslösungen, die eine gleichwertige, aber teils erheblich günstigere Antwort auf die dargestellten Herausforderungen geben. Der Lehrstuhl von Prof. Zdrallek arbeitet auf diesem Gebiet schon lange an der Erforschung und Optimierung agentenbasierter Konzepte, die ideal für die Interaktion einer hohen Anzahl unterschiedlicher Geräte und Systeme im Versorgungsnetz sind. Für den Fortschritt der Energiewende ist die Standardisierung derartiger Technologien und Systeme von hoher Bedeutung.

Mit PEAK, das anknüpft an das Vorgängerprojekt Agent.HyGrid, streben die Wuppertaler Wissenschaftler und ihre Partner die Entwicklung einer integrierten Handelsplattform für Energieversorger und Kund*innen zur effizienten Steuerung des Stromnetzes sowie die Integration steigender Anteile erneuerbarer Energien an. Für eine kostenoptimierte Lösung setzen sie dabei auf den Einsatz neuer Stromzähler, sogenannter Smart Meter, und die Verwendung von „Blockchain“-Technologie zur verlässlichen Handelsabwicklung zwischen den Vertragspartnern. „Die Plattform vernetzt alle Teilnehmer*innen im Versorgungsnetz und lässt zu, dass neue Akteur*innen hinzukommen, ohne dass die Versorgungssicherheit leidet oder vorhandene Netzkapazitäten nicht mehr optimal ausgenutzt werden können. Im Fokus steht dabei eine präventive Netzzustandserfassung, durch die Netzengpässe im besten Fall erst gar nicht auftreten“, erklärt Prof. Zdrallek, Inhaber des Lehrstuhls für Elektrische Energieversorgungstechnik.

Sein Team bringt dabei die Erfahrungen im Bereich Netzmonitoring und -steuerung ein. Im Laufe des Projekts ist ein Feldtest innerhalb des Smart Grid-Labors am Campus Freudenberg der Bergischen Universität geplant. Zudem sollen im Rahmen eines „virtuellen Piloten“ weitergehende Szenarien untersucht werden. Schwerpunktmäßig werden hierbei der Zuwachs von dezentraler Einspeisung, Ausbau der E-Mobilität und größere Netzgebiete betrachtet.

Forschungspartner im Projekt sind die Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V., die PSI Energy Markets GmbH, die Universität Duisburg-Essen, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die Helmut-Schmidt-Universität – Universität der Bundeswehr Hamburg und die PSI GridConnect GmbH.