Bild: LEW / Timian Hopf

Photovoltaik und Wasserkraft kooperieren für Notstrom

LINDA 2.0 untersucht Möglichkeiten grünen Strom, zum Beispiel aus Solarenergie, im Falle eines Blackouts in der Notstromversorgung einzusetzen. Ziel des Gesamtprojekts ist weiterhin, Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, etwa Photovoltaik oder Wasserkraft, für die Notstromversorgung nutzbar zu machen. Dabei sollen die im ersten LINDA-Projekt entwickelten Technologien durch entsprechende Software weitgehend autonom funktionieren.

LINDA 2.0 teilt sich in zwei Teilprojekte auf, die parallel und in mehreren Feldtests umgesetzt werden:

1. Entwicklung eines neuen Notstromaggregats

Es soll bei einem Stromausfall ein Ortsnetz so mit Elektrizität versorgen, dass vorhandene Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien weiterhin Strom in das Ortsnetz einspeisen. Bisher werden Notstromaggregate so gefahren, dass sich solche Anlagen vorübergehend abschalten.

Mit dem neuen Ansatz könnten die Anlagen zur Deckung des Strombedarfs bei einem Stromausfall beitragen. Im Projekt soll das Dieselaggregat außerdem zusätzlich mit einer Batterie ausgerüstet werden, die überschüssigen Strom speichert und bei Bedarf abgeben kann. So muss weniger Diesel eingesetzt werden beziehungsweise kann so ein Hybrid-Aggregat mit dem gleichen Dieselvorrat länger betrieben werden.

2. Automatisierte Notstromversorgung im Inselnetzbetrieb

Im zweiten Projektstrang werden die im ersten LINDA-Projekt entwickelten Ansätze zur Notstromversorgung weitergeführt. In den bei LINDA 2.0 geplanten Feldtests wird das ODK Wasserkraftwerk Leipheim die Pumpen des Förderwerks Niederstotzingen im Inselnetzbetrieb mit Strom versorgen.

Dieser Notstrombetrieb soll möglichst automatisiert und ohne zusätzlichen Personaleinsatz laufen. Hierfür entwickeln die Projektpartner die erforderlichen Programme und Routinen, die dann in mehreren Feldtests erprobt werden.

LINDA erschließt Erneuerbare für die Notstromversorgung

Bisher stehen regenerative Energien für die Notstromversorgung nicht zur Verfügung. Die Anlagen schalten sich bei einem Stromausfall beziehungsweise bei Einsatz eines Notstromaggregats ab, da sie nur innerhalb bestimmter Frequenzbänder im Stromnetz Energie einspeisen.

Bei Einsatz von Notstromaggregaten erfolgt der Betrieb bisher bewusst außerhalb dieser Frequenzbänder. Das Projekt LINDA 2.0 (Lokale Inselnetzversorgung und beschleunigter Netzwiederaufbau mit dezentralen Erzeugungsanlagen bei großflächigen Stromausfällen) untersucht, wie diese Anlagen zur Abdeckung des Strombedarfs bei einem Stromausfall doch genutzt werden können.

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Forschungsvorhaben im Rahmen des Programms Energiesystemforschung. LINDA 2.0 läuft von 2021 bis Anfang 2024 und umfasst mehrere Feldtests in den Teilprojekten. Im ersten Teilprojekt wollen die Projektpartner Erfahrungen beim Betrieb von Dieselaggregaten mit Batteriespeichern sammeln, die zum Beispiel durch PV-Anlagen im Ortsnetz gespeist werden. Bei so einem Notstrombetrieb würde weniger Diesel verbraucht, entsprechend verbessert sich die CO2-Bilanz. Auch könnten mit so einem Hybrid-Aggregat eventuell mehr Haushalte versorgt werden als mit einem herkömmlichen.
Im zweiten Teilprojekt sollen die Anforderungen an das versorgende Führungskraftwerk in der automatisierten Notstromversorgung herausgearbeitet werden. So könnte die Notstromversorgung per Fernsteuerung gestartet werden, ohne dass Mitarbeiter vor Ort sein müssen.

Erfolgreiche Inselnetzversuche im ersten LINDA-Projekt

LINDA 2.0 nutzt Erkenntnisse des vorausgegangenen Projekts, das von 2015 bis 2018 lief. In mehreren Feldversuchen wurde erfolgreich ein stabiler Inselnetzbetrieb mit erneuerbaren Energien aufgebaut. Das Inselnetz umfasste in den Feldversuchen einzelne Großverbraucher, es fanden aber auch erfolgreiche Feldtests statt, die mehrere Ortschaften mit mehr als 1.000 Haushalten sowie einer Vielzahl von Erzeugungsanlagen umfassten. Das LINDA-Projekt wurde mit dem ISGAN Award (International Smart Grid Action Network) sowie dem Bayerischen Energiepreis ausgezeichnet.

Im Projekt LINDA 2.0 engagieren sich neben der Hochschule Augsburg, der TU München, LEW Verteilnetz, LEW Wasserkraft und Obere Donau Kraftwerke AG folgende Projektpartner:

  • Landeswasserversorgung Stuttgart
  • KIMA Automatisierung, Gesellschaft für elektronische Steuerungstechnik und Konstruktion mbH
  • AVS Aggregatebau GmbH
  • Universitätsklinikum Leipzig AöR
  • MTU Onside Energy GmbH
  • Cluster Leistungselektronik

Informationen zu dem LINDA-Projekt gibt es unter: www.lew.de/ueber-lew/zukunftsprojekte/linda-20