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Reallabore der Energiewende zeigen, was möglich ist

Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 – dieses Ziel hat sich die Bundesregierung 2021 mit dem neuen Klimaschutzgesetz gesteckt. Die Stadt Jena will dieses Ziel schon bis 2035 erreichen. Mit dem Reallabor der Energiewende JenErgieReal zeigt Jena jetzt neue Lösungen für eine nachhaltige Strom- und Wärmeversorgung auf. JenErgieReal ist eines der Reallabore der Energiewende, die der Projektträger Jülich (PtJ) im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) betreut. PtJ unterstützt das BMWK dabei, den Praxistransfer innovativer Technologien und Verfahren für die Energiewende und den Umbau des deutschen Energiesystems zu beschleunigen.

Im November fiel für JenErgieReal der offizielle Startschuss: Mit der Übergabe des Zuwendungsbescheids ist auch dieses Reallabor der Energiewende nun offiziell gestartet. Damit erprobt ein weiteres Innovationsprojekt jetzt die Anwendung unter Realbedingungen und im industriellen Maßstab. Seit 2020 sind elf Reallabore der Energiewende bundesweit aktiv, die sich im Schwerpunkt mit Energiespeicherung, energieoptimierten Quartieren sowie Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien beschäftigen.

Von der Idee zur Nutzung und Markteinführung
In dem von PtJ begleiteten Förderformat arbeiten Forschungsteams an Fragestellungen, wie Innovationen künftig erfolgreich im Markt etabliert werden können: Funktionieren die theoretischen Ansätze wie geplant in der Praxis? Welche Optimierungsschritte müssen neu entwickelte Technologien bis zur Marktreife noch durchlaufen? Die Reallabore der Energiewende fungieren damit als strategisches Element zur Beschleunigung des Technologie- und Innovationstransfers und als Verbindung zwischen der anwendungsnahen Forschung und der breiten Umsetzung in der Praxis.

Virtuelles Kraftwerk in Jena
Das Reallabor der Energiewende in Jena wird künftig erproben, wie die verschiedenen Akteure im Energiesystem – Erzeuger, Verbraucher, Speicher – intelligent miteinander verbunden werden können und so eine flexible Steuerung der Lastverteilung im Netz ermöglichen. Dafür sollen bis 2027 elektrische Großspeichersysteme sowie Photovoltaik- und Solarthermieanlagen errichtet und über das Stadtgebiet von Jena verteilt werden. Über eine digitale Infrastruktur werden dann neue und alte Akteure vernetzt und zu einem virtuellen Kraftwerk verbunden. In seinem ganzheitlichen Ansatz und Praxisbezug zeigt JenErgieReal die Möglichkeiten eines nachhaltigen Umbaus urbaner Räumen auf und könnte Jena damit zu einem Vorreiter für die Transformation der Energieversorgung in Städten machen. Der Projektträger Jülich begleitet diese Entwicklung im Auftrag des BMWK.

Über den Projektträger Jülich (PtJ)
Als einer der größten Projektträger Deutschlands ist PtJ Partner für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Mit seinen Kompetenzen im Forschungs- und Innovationsmanagement unterstützt er seine Auftraggeber in Bund und Ländern sowie die Europäische Kommission bei der Realisierung ihrer forschungspolitischen Zielsetzungen. Förderinteressierte und Antragstellende berät er über aktuelle Förderinitiativen und betreut sie bei der Vorbereitung und Umsetzung ihrer Vorhaben.

Neben der Projektförderung engagiert sich PtJ in der strategischen Vorausschau und der Innovationsbegleitung, insbesondere in der Fachkommunikation sowie dem begleitenden Monitoring und in Evaluationsprozessen. Damit trägt PtJ dem Anspruch seiner Auftraggeber Rechnung, Ergebnisse der Forschungs- und Innovationsförderung in die Gesellschaft hinein zu kommunizieren und die Zielerreichung der Programme stets im Blick zu haben.