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STABL Energy realisiert ersten Second-Life-Speicher mit Projektpartnern

Batteriespeicher sind ein Schlüssel für die erfolgreiche Energiewende. Sie können überschüssigen Strom aus Sonnen- und Windenergie speichern und dann zur Verfügung stellen, wenn die Sonne nicht mehr scheint oder kein Wind weht.

Gleichzeitig sind Batterien notwendig, um die große Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu stillen. Die Akkus im Fahrzeug haben aber eine begrenzte Lebensdauer — nach 10 bis 15 Jahren genügen sie nicht mehr den Anforderungen der Mobilität, können aber theoretisch noch im stationären Gebrauch für die Energiewende verwendet werden. Man gibt ihnen also ein zweites Leben. Daher nennt man sie auch Second-Life-Batterien.

Die Herausforderung Second-Life-Speicher

Die Wiederverwertung dieser Second-Life-Batterien hat aber einige technische Hürden: herkömmliche Speicher sind eine Kette aus vielen Batteriemodulen. Diese statische Kette aus Batteriespeichern hat, wie jede Kette, die Eigenschaft, dass das schwächste Glied die Performance bestimmt. Konkret: der Speicher mit dem niedrigsten Energieinhalt bestimmt die entnehmbare Kapazität. Gebrauchte Fahrzeugbatterien haben aber nach vielen Jahren unterschiedliche Zustände, etwa bedingt durch unterschiedliche Belastung, aber auch Produktionstoleranzen. Daher ist der herkömmliche Ansatz von stationären Speichern nicht geeignet für Second-Life.

STABL Energy hat hierzu eine innovative Lösung entwickelt, die Batteriespeicher effizienter und sicherer macht und die Integration von ausrangierten Batterien aus Elektrofahrzeugen in hohen Stückzahlen ermöglicht. Die STABL Technologie kann problemlos mit den teilweise sehr unterschiedlichen Restkapazitäten der Batteriemodule aus dem Fahrzeug umgehen, wodurch die Batterien länger genutzt werden können. STABL Energys erstes Produkt — der SI100 —verbindet die Batteriemodule mit dem Stromnetz, ganz ohne Wechselrichter.

Erster Second-Life-Speicher mit STABL Technologie nun in Betrieb

Nun hat STABL Energy seine Technologie erstmals in einem Speicher eingebaut. Der Speicher besteht aus 24 gebrauchten Batteriemodulen aus alten KIA Soul EV und hat einen Energieinhalt von 72 kWh.  Zusammen mit den Projektpartnern von encore, einem Corporate Startup aus der DB Bahnbau Gruppe GmbH, inno2grid und Dellcon wurde das Projekt am Euref Campus realisiert und ist seitdem öffentlich zu besichtigen.

„Wir sind froh, unser Produkt nun auch in einem realen Umfeld außerhalb des Labors zeigen zu können. Mit den nun abgeschlossenen Zertifizierungen für unser Produkt starten wir in die Serie und lassen möglichst viele Unternehmen an der Energiewende mitwirken“, sagt Co-Founder und Co-CEO Dr. Nam Truong.

Der Speicher ist ein weiterer Meilenstein nach dem Gewinn des ees AWARD 2022 im Rahmen der The Smarter E Europe in München. STABL Energy plant mit seinen Partnern für die nächsten Jahre weitere Projekte bei unterschiedlichen Kunden. Neben bahnnahen Anwendungen wie Pufferung von Ladestationen an Bahnhöfen sind auch Projekte mit Gewerbe- und Industriebetrieben in Planung, um deren Strombezug zu optimieren oder eine Notstromversorgung bereitzustellen. „So verlängern wir die Lebenszyklen von Autobatterien und wollen möglichst viele Unternehmen an der Energiewende teilhaben lassen“, so Truong.

Mehr Informationen über das Projekt sind in den Presseinformationen der Deutschen Bahn und von KIA Europe zu lesen.