Startup meteoIntelligence hilft bei der Prognose, welchen Einfluss das Wetter auf Unternehmen hat

Das Augsburger Startup meteoIntelligence möchte Unternehmen unterstützen, indem es anhand meteorologischer Daten Entscheidungshilfen für Prozesse bietet, die durch das Wetter beeinflusst werden. Es wird vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durch ein EXIST Gründerstipendium gefördert und dabei von der Universität Augsburg wissenschaftlich begleitet. Die Verknüpfung von Gründertum und Wissenschaft ist bei dem Stipendium ein zentrales Element. Jetzt hat das Startup den ersten Protoypen fertiggestellt.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass viele Wirtschaftsbereiche von meteorologischen Bedingungen abhängen. Beim Baugewerbe oder einer Eisdiele liegt das noch auf der Hand. Aber solche Einflüsse existieren auch für Baumärkte, den Online-Handel oder den Energiemarkt. Genau hier sieht das Startup meteoIntelligence seine Nische. „Wir sind kein Wetterdienstleister, sondern unterstützen Unternehmen dabei den Einfluss des Wetters auf sich besser einschätzen zu können und damit besser planen zu können“, meint Tristan Semsch vom meteoIntelligence.

Die Gründer erstellen auf Grundlage von meteorologischen Werten, aber auch Größen vom Unternehmen selbst oder eigens recherchierte Daten Modelle, die den Einfluss des Wetters auf den Geschäftsbetrieb vorhersagen. Der Kunde bekommt die Prognose anhand von Größen, die er kennt, wie z.B. Verkaufszahlen für bestimmte Produkte. Beim Energiemarkt werden viele Aspekte berücksichtigt: Wie viel Wärmebedarf habe ich in meinem Versorgungsgebiet. Welche Leute wohnen da? Wie ist die Prognose für die Temperatur? Welche Rolle spielen der Wochentag oder Ferien? Der Kunde muss selbst keine Daten mehr interpretieren, sondern bekommt klare Aussagen. „Die organisatorische Phase haben wir nun abgeschlossen und der erste Prototyp ist fertig“, erzählt Mitgründer Daniel Lassahn. Aktuell gebe es viele Kundenanfragen. Das Startup fokussiert sich aktuell auf die Energiebrache und auf Baumärkte, hat aber auch Lösungen für andere Bereiche im Kopf.

Der einzigartige Aufbau des Prognosemodells ermöglicht es, Einflüsse auf kundenspezifische Betriebsgrößen zu quantifizieren und diese zu prognostizieren. Der Kunde erhält damit Prognosen von Größen, die ihm aus seiner alltäglichen Arbeit bekannt sind und benötigt für deren Interpretation kein meteorologisches Know-how mehr. Des Weiteren erlaubt die flexible Struktur des Modells eine vielseitige Anwendung in unterschiedlichen Branchen.

Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg und dem Digitalen Zentrum Schwaben (DZ.S)
Das EXIST Gründerstipendium des BMWi bietet dem Startup die einzigartige Möglichkeit, sich auf die Weiterentwicklung der Idee, des Geschäftsmodells und der Prototypen zu konzentrieren. „Mit Prof. Dr. Jörg Hähner konnten wir einen Experten in den Bereichen Algorithmen zur Umsetzung von Selbst-X-Eigenschaften (z.B. selbst-lernend, -optimierend, -konfigurierend) und maschinelles Lernen in technischen Systemen für das Gründungsvorhaben gewinnen“, sagt Tristan Semsch. Der Professor für Organic Computing der Universität Augsburg begleitet das Team von Anfang an und steht den Gründern während regelmäßiger Treffen bei inhaltlichen Fragen zu Seite. Auch die organisatorische Abwicklung, wie beispielsweise die Beschaffung von benötigter Hardware, findet über seinen Lehrstuhl statt. Das Vorhaben wird von weiteren Einrichtungen der Universität, dem StartHub – Innovations- und Gründungszentrum sowie dem Career Service, unterstützt.