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Was ist uns wichtig bei Verkehrs- und Stromwende?

Von den Öffis bis zum Netzausbau, von Stromkosten zu Jobs: Quer durch die Bundesrepublik haben Menschen über den Ausbau Erneuerbarer Energien und die Mobilität der Zukunft diskutiert. Was sie bewegt und wie Ariadne mit diesen Perspektiven weiterarbeitet, zeigt der neue Report.

Bürgerbeteiligung startet mit Fokusgruppen und reicht bis zum großen Bürgergipfel

Die Energiewende betrifft im Alltag alle Menschen. Für die Politik ist das eine Herausforderung, denn in jeder Entscheidung drücken sich auch unterschwellig Werte und Prioritäten zu den Themen aus. In welcher Breite diese von den zufällig ausgewählten Teilnehmenden bei Strom- und Verkehrswende diskutiert wurden, aber auch welche Probleme und Bedürfnisse sie zu den Themen der Energiewende haben, zeigen die im neuen Ariadne-Report zusammengefassten Ergebnisse.

„Die Menschen hat zum Beispiel die Frage bewegt, wer sich dafür verantwortlich fühlen soll, dass wir das gesetzte Klimaziel erreichen und wie Belastungen sozial gerecht verteilt werden können“, erklärt Arwen Colell, Mit-Autorin des Berichts und Politik-Analystin am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC Berlin), das Teil des Ariadne-Konsortiums ist. „In den Diskussionen wurden ganz unterschiedliche Ziele formuliert, welche die Rolle des Staates betreffen, aber auch das Spannungsfeld von individueller Verantwortung und persönlicher Freiheit.“ Mehr Mitspracherecht bei der Auswahl neuer Technologien und der Lastenverteilung erwarteten sich die Teilnehmenden zum Beispiel bei der Stromwende. Ging es dagegen um Mobilität, scheint aus ihrer Sicht eher die Politik dafür verantwortlich, dass Infrastrukturen geschaffen werden, damit etwa der Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiver wird.

Bürger geben Empfehlungen? Ariadne verfolgt einen integrativen Ansatz

Anders als etwa beim Bürgerrat zur Rolle Deutschlands in der Welt oder dem französischen Klima-Bürgerrat, werden die Sichtweisen von Bürgerinnen und Bürgern und die wissenschaftliche Forschung zur Energiewende im Kopernikus-Projekt Ariadne schrittweise zusammengebracht. Die Ariadne-Fachleute haben damit ein ganz neues Vorgehen im Sinn: Kontinuierlich sollen Erkenntnisse zu Werten und Zielen der Bürgerinnen und Bürger in Forschung und Modellierung von Szenarien eingebunden und analysiert werden, um der politischen Entscheidungsebene gewissermaßen einen 360-Grad-Blick auf Auswirkungen von Optionen und Instrumente zu ermöglichen.

Dass dabei mehr als eine Lösung zielführend sein kann und auch Spannungsfelder offenbleiben, ist für die Forschenden in diesem Zusammenhang wichtig festzustellen. „Ariadne will niemanden überreden oder von einer bestimmten Option überzeugen, sondern vielmehr bei der Entwicklung von umsetzbaren Zukunftspfaden alle Perspektiven der Gesellschaft miteinfließen lassen“, erläutert Martin Kowarsch, Gruppenleiter am MCC Berlin und als Ariadne-Experte für die Bürgerdeliberation ebenfalls Autor des Berichts. „Wenn es unserem Forschungsprojekt gelingt, Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen mit- und ernst zu nehmen, können Deliberationsprozesse am Ende einen Beitrag zu einer sachlichen, gemeinwohlorientierten Debatte leisten“, so Kowarsch.

Werte-Landkarten helfen bei der Orientierung der Handlungspfade

Die Ergebnisse der Fokusgruppenarbeit, die wegen der Corona-Pandemie in Videokonferenzen stattfand und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Strategieberatung ifok organisiert und ausgewertet wurden, geben wichtige und richtungsweisende Hinweise für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung. In verschiedenen Landkarten werden die Aussagen der Menschen nach Werten, Argumenten und Zusammenhängen geordnet, um anhand der so entstandene Kartierung von Handlungspfaden die Entwicklung von möglichen Klimaschutzinstrumenten in der Zukunft zu erleichtern.

Der Ariadne-Report bildet erst den Auftakt des Deliberationsprozesses, der sich durch den gesamten Projektzeitraum ziehen wird. Neben Workshops und Bürgerkonferenzen arbeitet Ariadne als Höhepunkt unter anderem auf einen großen Bürgergipfel zu, bei dem in etwa zwei Jahren Erkenntnisse des Projekts von Bürgerinnen und Bürgern im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert werden.

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